Anton aus Tirol!

Ich war schon recht ungeduldig, weil ich schon fast eine Woche über Termin war - ich kannte dieses Warten gar nicht, die anderen Kinder kamen alle mindestens eine Woche vorher.
Um das Ganze zu beschleunigen, habe ich am 27.10. nach dem Frühstück nichts mehr gegessen - das soll ja helfen. Nun ja, bis zum Abend war ich ziemlich grantig und unterzuckert, aber wehenfrei. Hab also wieder was gegessen. Bin dann spät ins Bett gegangen. Nach einer Stunde Schlaf wurde ich von unserem Jüngsten geweckt und konnte nicht mehr einschlafen. Also hab ich mich vor den Fernseher gesetzt.

Und dann fingen endlich die Wehen an. Zuerst sehr sehr leicht, aber regelmäßig. Um vier Uhr Früh habe ich meinen Mann geweckt (der war nicht so erfreut), um fünf Uhr haben wir die Hebamme angerufen, weil die Wehen nicht mehr aufhörten. Sie kam um sechs, hat sich den Muttermund angeschaut, der schon 5 cm offen war. Sie blieb also da, obwohl die Wehen noch nicht allzu schlimm waren. Als um halb acht die Kinder aufstanden (es waren Ferien), bin ich mit der Hebamme hinaufgegangen, mein Mann hat ihnen Frühstück gemacht und dann den Computer mit einem Film hergerichtet, den wir ihnen für die Geburt versprochen hatten. Dann kam er rauf zu uns.

Die Hebamme musste nun schon meinen Rücken massieren, es tat schon ziemlich weh. Dann ist eigentlich nicht viel passiert, wir sind zusammengesessen, haben geplaudert, ich habe geweht, es war ganz ruhig und gemütlich.

Doch langsam war Schmerz echt nicht mehr fein. Die Hebamme saß ganz ruhig neben mir, sie hat mir nicht dreingeredet, keine Tipps gegeben, nichts. Am Anfang hat mich das irritiert, das kannte ich so nicht aus dem Krankenhaus. Aber schnell begann ich, auf meinen Körper zu hören und die Position einzunehmen, die am besten ist.

Gegen Ende, ich hockelte gerade und mein Mann hielt mich von hinten, schien nämlich plötzlich nichts mehr weiterzugehen. Unter Schmerzen habe ich mich aufs Bett gezogen und mich auf die rechte Seite gelegt - mir war einfach danach. Später meinte die Hebamme, das Kind hat sich in mir verkeilt und ich habe es so befreien können.

Denn als ich nach ein paar Wehen wieder in die Hocke ging, kam schon der Kopf. Ich musste nicht pressen, mich nicht anstrengen, ich bin einfach den Wehen gefolgt. Dann ließ ich ganz locker, und schwupps, war der Rest da.

Ich hab ihn mir gleich auf den Bauch geklatscht, mein Mann und die zweite Hebamme haben mich aufs Bett gehoben, und wir haben den Süßen bestaunt. Mein Mann musste wieder etwas weinen, ich habe den Kleinen geküsst und gestreichelt. Die Kinder kamen zu uns herein, als die Nabelschnur noch pulsierte. Sie bewunderten ihn, ekelten sich etwas vor dem Schleim, fanden ihn aber sehr süß.

Als dann die Nachwehen begannen, sind die Kinder wieder spielen gegangen und ich habe die Plazenta geboren. Zum ersten Mal bin ich überhaupt nicht gerissen, durch die ruhige Geburt ist alles ganz heil geblieben.

Es war wunderschön! Es war so normal, so natürlich, so geborgen. Kein CTG, kein Wehenschreiber, kein dauerndes Abtasten, kein Beschleunigen durch Medikamente, keine Hektik, helles Licht, Schichtwechsel. Die Geburt fand da statt, wo das Leben unseres Buben auch stattfinden wird, mitten in der Familie, nach seinem und unserem Tempo.
Obwohl die anderen Geburten im Krankenhaus auch schön waren, das hier war die beste.